Wer ist phillson?
phillson ist ein auflegendes Alter-Ego, gehört zu Syn.thie.Verrückt, ist Resident im TBA und mischt inzwischen auch bei Nacht&Nebel mit. Es spielt momentan hauptsächlich Techno, aber genau genommen sind ihm Genres recht egal, es sollte verspult, trippy oder düster sein.
Normalerweise triggern mich Sounds, bei denen ich sofort Bilder im Kopf habe. Musik ist da bei mir sehr visuell geprägt. Damit ergibt sich auch die direkte Verknüpfung zu meiner Crew und Familie Syn.thie.Verrückt, die für mich nicht nur meine Lieblingsmenschen sind, sondern in meinen Augen auch für visuelles Ausrasten stehen.
Der Name selbst ist ein Spitzname, den ich seit 15 Jahren trage. Einer der Gründe, warum sich phillson klein schreibt ist der, dass er nicht über-ernst genommen werden will. Inzwischen lässt sich das nicht mehr so ganz vermeiden, aber lange habe ich damit gehadert, mich als DJ zu bezeichnen, weil das so nach „Profi“ und „wichtig“ klingt und manche mit dem Attribut etwas elitäres verbinden. Im Prinzip mache ich nur Musik, auf die ich Bock habe und mehr nicht.

Wie fing es an?
Mit fünf oder sechs Jahren habe ich begonnen, mich mehr oder weniger freiwillig mit Musik zu beschäftigen. Erst musikalische Früherziehung, später Konzertgitarre und Musiktheorie an der Landesmusikschule (jetzt HSKD).
Jetzt kommt der gefühlte Standard-Plot aller DJs: Ich habe in der Schulzeit im Schulclub Musik aufgelegt, weil ich im Vergleich zur Gitarre elektronische Musik deutlich cooler fand und schon etwas durch die Elektronik-Platten meines Dads vorgeprägt war. Mit knapp zwanzig, wurden dann aus reinen Jugendclub-Parties ambitioniertere Projekte. Allerdings entwickelte sich mein Geschmack immer mehr in Richtung Elektro und Techno und bewegte sich damit zu weit vom massenkompatiblen Geschmack meiner alten Crew weg. Weil dann noch berufliche mehr Verpflichtungen dazu kamen, fiel das Auflegen immer mehr unter den Tisch.Bis sich einige meiner besten Freunde entschlossen Freetekks zu veranstalten, um selbst etwas zu schaffen und vor allem Dinge zu machen, die wir von niemand anderem kannten.
Kurz vor der ersten Syn.thie-Party (den Namen gabs damals auch noch nicht) erinnerte sich auf einem Crewtrip einer der Jungs (das Lineup stand fast), dass ich doch früher auch aufgelegt hatte und fragte, ob ich nicht mal spielen wolle. Recht unsicher hab ich das dann getan und es war wohl eine gute Entscheidung.
Dank meiner Crew, einer tollen elektronischen Szene, die von wunderbaren Veranstaltern, Kreativen und Nachtakteuren gestaltet wird, spielte ich innerhalb von ca. zwei Jahren in den meisten für mich relevanten Clubs und darf momentan fast jede oder jede zweite Woche hinter den Decks stehen. Das ist schon mega abgefahren. Dazu kommt, dass ich im Sommer Resident im TBA werden durfte, ein Club für den ich mich schon vorher sehr gern und viel engagiert habe. Ebenso hat sich dank Nautika eine tiefe Verbindung zur Nacht&Nebel ergeben und mit Len Richardson aka Mägic Mirsch das Duett „Schon wieder, schon wieder“ entwickelt, ein weiteres Herzensprojekt.

Hast du ein Ziel?
Ja, mein Ziel ist es, mitzugestalten und Ideen zu verwirklichen. Das gelingt mir im Partykontext schon ganz gut, wobei es immer wieder Hirngespinste gibt, auf die ich so richtig Lust habe. Musikalisch würde ich gern mit noch mehr Künstlern gemeinsam spielen (spiele schon kaum noch Gigs allein). Es gibt so viele faszinierende Locals und man lernt voneinander, was mir immens Spaß macht. Das zweite musikalische Ziel nehme ich mir seit 1,5 Jahren vor: Produzieren. Ich peile immer wieder an, mich mit meinem Equipment einzuschließen, und mir kreative Auszeiten zu nehmen wenn es etwas ruhiger wird, aber das wird es irgendwie nie. Aber ich glaube das wird bald passieren.

Wo würdest du gern noch spielen?
Eigentlich gibt es gar nicht so riesige konkrete Wünsche, ich habe Lust auf spannende neue Eindrücke.In Dresden würde ich vielleicht gern noch mal im Objekt klein a auf der neuen Anlage spielen, ansonsten reizen mich gerade Gigs außerhalb von Dresden und ein zwei mehr Festivals könnten gern in meinem Kalender stehen, da die Stimmung dort noch mal eine ganz andere ist.

Was kommt als nächstes?
Als nächstes kommt Richie Hawtin ins TBA und am 16. Dezember Thomas P. Heckmann in den Sektor, wo ich den Support spielen darf. Ich glaube besonders Richie Hawtin wird für das TBA eine riesige Nummer und für mich sehr aufregend, dabei zu sein zu können. Wenn ich drüber nachdenke werde ich auf seiner Deutschlandtour den allerersten Track spielen. Das ist schon krass.Ansonsten steht erstmal Weihnachten vor der Tür, da geht’s mit der Crew zum Dezember-Tanztee ins Wettbüro, aber vor allem gönne ich mir mit der Familie etwas Ruhe. Für nächstes Jahr, würde ich sagen, schauen wir mal :)

Soundcloud: soundcloud.com/phillson

Autor: banq.de (09.11.2017)
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