Wann hattest du deine ersten Begegnungen mit elektronischer Musik und wie führte das dazu, selber aufzulegen?
Mein erster Kontakt mit elektronischer Musik war schon in ganz jungen Jahren. Ich ging noch zur Schule, da brachte ein Kumpel eine Thunderdome CD mit in den Musikunterricht. Bis dahin kannte ich nur Klänge vom Schlagzeug oder Gitarre. Ganz klassisch eben. Ich wurde von den elektronischen Tönen so geflasht, dass ich unbedingt wissen wollte, wie man solche Töne selbst herstellen kann.

Durch einen damaligen guten Freund kam ich dann an das Programm Cubase heran und probierte wochenlang aus, solche Töne selbst zu produzieren. Es machte mir unglaublich viel Spaß und so produzierte ich zu Beginn erst mal ganz viel Trance-Musik, bis ich dann schließlich im Jahre 2006 zu Techno/Minimal wechselte. Als DJ auflegen wollte ich eigentlich nie wirklich, wenn ich ehrlich bin. Ich wollte vielmehr einfach nur Musik produzieren und dadurch meine Brötchen verdienen.

Nach meiner ersten Veröffentlichung auf einem Berliner Label im Jahre 2006 kam dann die erste DJ-Booking-Anfrage aus Brasilien herein. Von da an spielte ich auch als DJ und muss sagen, dass ich es lieben gelernt habe. Auflegen macht mir demnach richtig viel Spaß.

Wie kam es zu der Bezeichnung High-Tech Minimal?
Die Bezeichnung kam spontan. Die Fans wollen ihre Künstler ja meist immer in eine Schublade stecken, um sich damit identifizieren zu können. Da meine Musik nie 100% Techno, Minimal, etc… ist… ich viel mehr alle Musikrichtungen ineinander mixe, auch mit ganz viel Melodien, musste ein neuer Name her. Da ich zu Beginn meiner Karriere ausschließlich Minimal produzierte, suchte ich nach einem Namen, der meinen Ursprung noch mit beinhaltet. Und so kam eben „High-Tech Minimal“ dabei heraus.

Wie fühlt man sich nach über 10 Jahren hinter dem DJ Pult?
Gut fühlt man sich… also ich denke, wenn man es schafft, sein Hobby zum Beruf zu machen, kann man sich nur gut fühlen. Ich bin überaus dankbar dafür, dieses Leben zu leben und so viel Unterstützung meiner Fans zu bekommen. Das schätze ich sehr.

Gibt es einen Gig, der die besonders in Erinnerung geblieben ist und wenn ja, warum?
Ja, den gibt es. 2015 hatten wir eine Label Night in Argentinien. Die Open Air Location heist LaFabrica und ist in der Stadt Cordoba. In dieser Nacht hat es geregnet, als gäbe es keinen Morgen danach mehr. Wir alle waren voller Sorge, ob überhaupt jemand auf die Party geht. Ich denke, es war die perfekteste Party, die man haben konnte. 5000 Menschen feierten mit uns im strömenden Regen von 10 Uhr Abends bis 7 Uhr morgens und kein einziger ist nach Hause gegangen. Das war ein unbeschreibliches Gefühl! Daran werden wir uns noch sehr lange erinnern.

Du bist DJ, Produzent und Labelbetreiber, woran hast du den meisten Spaß?
Ganz klar am Musik produzieren! Das war von Beginn an mein größter Traum. Wobei auch das Spielen als DJ und das Arbeiten als Labelbetreiber sehr viel Spaß macht. Aktuell habe ich mein Label aber an einen sehr guten Freund weitergegeben. Es nimmt einfach zu viel Zeit in Anspruch. Darunter hat das Musikproduzieren sehr gelitten. Jetzt habe ich den Kopf frei, um mich wieder um meine eigentliche Karriere zu kümmern.

In einem Interview im letzten Jahr sagtest du, dass du noch 133 unfertige Tracks hast, sind es mehr geworden?
Keine Ahnung. Da müsste ich noch mal nachzählen. Ich denke es werden ungefähr gleich viele sein. Ein paar davon wurden ja veröffentlicht und neue kamen hinzu :-)

Zu guter Letzt: ist die Maske ein Muss?
Die Maske war zu Beginn meiner Karriere eine nette Zugabe, mittlerweile ist sie definitiv ein Muss und mein Markenzeichen. Viele Fans kennen noch gar nicht mein wahres Gesicht. Sie kennen nur die Maske. Mit dazu finde ich, dass die Maske eine spezielle Atmosphäre schafft, wenn ich auflege. Das gefällt mir sehr gut und ich möchte sie nie wieder missen wollen. Es ist einfach ein ziemlich cooles Gesamtkonzept.

Webseite: www.borisbrejcha.de

Soundcloud: soundcloud.com/boris-brejcha

Event: Fckng Serious

Tickets: bit.ly/2wrkauA

Autor: banq.de (08.09.2017)
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