Was ist "Follow The White Rabbit" und wie kam es zu dem Namen?
Wir sind ein Kollektiv aus Dresden, welches sich aus DJs, Produzenten, Künstlern, Kreativen, Bastlern, Visionären, Träumern, Nachdenklichen, Verpeilten, Glücklichen und noch vielen anderen mehr zusammensetzt. Der Name kam dabei von Lewis Carrolls Erzählung „Alice im Wunderland“, in welcher Alice dem weißen Kaninchen folgt und in eine verrückte Welt gelangt, in der alles möglich ist und die es zu entdecken gilt. Ansonsten sind wir zur Zeit häufig unter „Lotenheim“ zu finden. Was allerdings hinter diesen Namen steckt, ist eine andere Geschichte.

Wie fing es an?
Es fing damit an, dass wir zu jung waren um auf die Dresdner Partys zu kommen. Dadurch hat sich eine riesige Erwartungshaltung aufgebaut, was wohl in dieser Feierwelt auf uns wartet. Nach dem Besuch der ersten Partys dann folgte aber die Ernüchterung. Eigentlich war vieles gar nicht so besonders, wie gedacht. Voll mit jugendlicher Selbstüberschätzung waren wir uns sicher, dass wir es natürlich besser können. Wie viel Arbeit hinter vielen Sachen steckt, war uns damals einfach noch nicht wirklich bewusst.Weil wir gern etwas anderes machen wollten als der Rest, haben wir also erst mal mit Guerilla-Ausstellungen und Open Airs in verlassenen Fabrikgeländen oder Wäldern angefangen. Recht flink haben wir, inspiriert von alten berliner Techno-Dokus, mit den 'Daydreamings' unsere ersten Open Airs tagsüber gestartet. Dann kam der Winter, wir waren auf der einen Seite sehr gewachsen, mussten aber auf der anderen Seite Ordnungsgelder wegen der ganzen halblegalen Aktionen zahlen.Und woher nehmen, wenn nicht stehlen?Also haben wir angefangen, Partys auch in einem legaleren Rahmen zu machen und waren zeitweise immer wieder mit Herz und Kopf in verschiedenen Clubs und Projekten zu Hause.Inzwischen haben wir uns zu Lotenheim weiterentwickelt, einem Projekt, was deutschlandweit und international Musik, Politik und Kunst macht und einen deutlich humanistischeren Ansatz verfolgt. Aber dafür bräuchten wir wahrscheinlich mindestens nochmal fünf Fragen von euch…

Wenn du dir drei Acts wünschen könntest, wer wäre das?
Ich kann jetzt nicht für das ganze Kollektiv sprechen, persönlich würde ich unheimlich gern mal Trentemøller, Dop oder natürlich Nicolas Jaar nach Dresden einladen.

Was würdet ihr gern unbedingt noch mal machen?
Was schön wäre, nochmal zu machen, ist eine Zwischennutzung, wie wir sie einen Sommer mit dem „Paradies der Dilettanten“ in der Dresdner Friedrichstadt hatten. Erst im Nachhinein ist uns wirklich klar geworden, welche Möglichkeiten und Freiheiten wir dort hatten. Sowas in der Richtung würden wir gern nochmal auf die Beine stellen und all unser neues Können, die ganzen neuen Erfahrungen und Ideen mit einbringen. Alles andere, wie Open Airs, Veranstaltungen, Spenden sammeln und Schangeleien aller Art machen wir ja weiterhin.

Was kommt als Nächstes?
Wir haben schon einiges gemacht und hoffen es kommt noch viel viel mehr.Weil wir gern weiter gehen wollen, als uns einfach immer gut wegzufeiern, haben wir dieses Jahr mit Menschen aus ganz Deutschland Lotenheim ins Leben gerufen. Es geht uns dabei darum, einen Beitrag zu leisten, Menschen zu verbinden, Spaß zu haben und zu erreichen, dass humanistische Partizipation und Engagement wieder cooler werden. Immerhin betreffen die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auch die Party und Kulturszene.Mit dem Kollektiv machen wir z.B. Soliveranstaltungen und haben die letzten Wochenenden im Kater und auf der Fusion spielen dürfen. Ansonsten stehen uns diesen Sommer viele Projekte wie der Zug der Liebe, Veranstaltungen in ganz Deutschland oder Festivals wie Nachti und Nomade ins Haus. Dort bauen wir dann Bühnen, machen Musik, agieren künstlerisch oder leiten auch mal einen politischen Infostand. Natürlich haben wir vor, auch in diesem Jahr wieder das eine oder andere Open Air in Dresden zu zaubern und haben im August die Matanzas in den Sektor eingeladen.Wer mag, kann sich auch immer unter www.lotenheim.de auf dem Laufenden halten.

Autor: banq.de (12.07.2016)
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