[banq.de - Kopfbild] 21.01.2017: "krabbelt" von Yenidze
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Fünf (+2) Fragen an ...

Nane

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Fünf (+2) Fragen an ...

Nane

Wer ist Nane?
Das frage ich mich mit jeder neu entdeckten Leidenschaft auch immer wieder… Nane ist der Fuchs in mir, immer auf der Suche und immer bereit für einen Perspektivwechsel, trifft es eigentlich ganz gut.
Übrigens werde ich bei fast jedem ersten Kennenlernen misstrauisch gefragt, ob denn das mein „richtiger Name“ sei. Ja, die Skepsis ist durchaus begründet, denn das ist nicht der Name, der in meinem Ausweis steht. Aber zu DDR-Zeiten konnten Eltern ihren Kindern nicht so verrückte Namen wie heute geben (wie zum Beispiel Ronka, Syltje oder Urte) und so ist der Wunschname meiner Eltern einfach nicht durch die Behörden gekommen. Das hat meinen Hippie-Eltern natürlich gar nicht geschmeckt und so rufen sie mich eben seitdem ich mich erinnern kann Nane.

Nane | Dresden | banq.de-Spezial

Was machst Du?
Kurz: Manchmal zu viel und selten zu wenig, wenn dann aber richtig.
Die meiste Zeit des Tages arbeite ich an der Bürgerbühne im Staatsschauspiel Dresden. Meine Aufgabenfelder sind sehr verschieden und ich will hier niemanden mit allen Einzelprojekten langweilen. Aber so viel sei verraten: ich leite zum Beispiel das aller zwei Jahre stattfindende Jugendperformancefestival UNART, welches auf Initiative der BHF-Bank-Stiftung parallel an vier Theatern Deutschlands (DT Berlin, Schauspiel Frankfurt, Thalia Theater Hamburg) stattfindet und Jugendlichen zwischen 14 bis 20 Jahren die Möglichkeit bietet, eine eigene Idee für eine 15-minütige Performance auf die Bühne zu bringen. Wichtig ist nur, dass die Jugendlichen ein Thema haben, was wirklich etwas mit ihrer Lebenswelt zu tun hat und dass sie zwei verschiedene Kunstformen auf der Bühne kombinieren wollen. Künstlerisch begleitet werden die Jugendlichen in ihren Gruppen von freischaffenden Künstler_innen, von der Performancekünstlerin über Schauspieler_innen bis hin zu Videokünstler_innen, Tänzer_innen oder Musiker_innen. Da ist immer ein sehr spannender Prozess und so freue ich mich schon jetzt auf die Ausschreibung für die nächste Runde von UNART im Herbst 2017. Zudem leite ich zusammen mit meinem Kollegen David B. Brückel die Clubsparte an der Bürgerbühne und widme mich auch pro Spielzeit ein bis zwei Clubs mit denen ich Werkschauen erarbeite. Diese Gelegenheit nutze ich gern um zum Beispiel mit der Tänzerin und Choreographin Johanna Roggan, oder auch mit verschiedenen Musikern und DJ´s zusammen theatrale Ideen zu entwickeln und Kooperationen auszuprobieren. Zudem sind da noch Fortbildungen und Seminare, die ich gebe und eben auch ganz klassische theaterpädagogische Angebote in Dresdner Schulen. Mein Aufgabenfeld ist eben breit gefächert. Der Kern meiner Arbeit ist immer wieder die Frage danach, wie eigentlich professionelles Theater mit nicht-professionellen Darsteller_innen funktionieren und sich diese Form der sozialen Kunst weiter entwickeln kann. Alles was vom Tag dann noch übrig bleibt, fließt meist in Projekte der Dresdner Kulturlandschaft. Angefangen hat es mit Freunden bei der Entstehung der Initiative TOLERAVE, mit der wir vor zwei Jahren mit einer großen Party im Festspielhaus Hellerau gestartet sind. Dazu kam das kleine Festival „SHOP OR DIE“, welches Ehud Roffe, Stephan Tautz und ich in der Groovestation vor zwei Jahren veranstaltet haben und dann kam MUSIKFREUNDE… Da war klar, ich muss mich entscheiden. Alles schaff eben auch ich nicht und so bin ich nach einer kleinen Auszeit wieder bei DAVE gelandet. Und nun bringe ich mich, wo ich das Gefühl habe, gebraucht zu werden, um das Festival zu dem zu machen, was es ist, nämlich ein Teil der Dresdner Kulturlandschaft.

Wie kamst du dazu?
Anscheinend bin ich als Kind wie Obelix in einen Zaubertrank gefallen und hab einfach zu viel Energie, die sich ständig neue Aufgaben sucht.

Was ist dein Ziel?
Oberste Priorität hat für mich die Kulturlandschaft in Dresden offener zu gestalten und Möglichkeiten zu schaffen, dass sich Menschen künstlerisch produktiv miteinander austoben können. Gerade bei DAVE sehe ich da noch viel Entwicklungspotential. Wir sind ein Festival, welches den öffentlichen Fokus auf die Dresdner Clubkultur lenkt und gleichzeitig auch eine interne Vernetzung anregt. Das Problem ist nämlich, dass in Dresden noch zu oft jeder sein eigenes Süppchen kocht. In meinen nächtlichen Zukunftsvisionen sehe ich Events, bei denen die Genregrenzen von Musik, Tanz, bildende Kunst, Visuals fließend sind und sich eher Kollektive für verschiedene Themenbereiche oder Locations finden. Fast ein bisschen wie im Theater, wo auch erst die Idee steht und dann das Team zusammengesucht wird.

Wie gehts weiter?
Da warten einige Projekte auf mich. Momentan mache ich die Produktionsleitung für die Inszenierung „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“ mit 140 Darsteller_innen auf dem Dresdner Theaterplatz, entwickle einen dadaistischen Abend mit jungen Menschen im Kleinen Haus und arbeite an einer Werkschau mit 22 Lehrkräften zum Thema Theater und Film. Darüber hinaus liegt die Abrechnung vom letzten DAVE Festival 2016 in den letzten Zügen, wobei wir schon eifrig am Planen für dieses Jahr sind. Mein Wunsch ist es in diesem Jahrgang von DAVE ein erstes experimentelle Media-Projekt mit der Vermischung von Tanz, Musik und Lichtkunst im Rahmen des DAVE Festivals voranzutreiben. Ideen und Aufgaben gibt es also genug.

Wie ist es als Frau in einer von männerdominierten Szene?
Manchmal hab ich das verbale Messer aufgeklappt in der Hosentasche, weil es zu viele Sprüche an einem Tag sind, manchmal fühle ich mich aber auch unter all den Rotzlöffeln sehr wohl. Generell wurmt es mich aber nicht erst seit gestern, dass so wenig starke Frauen in der elektronischen Musikszene in Dresden unterwegs sind. Schau ich auf die freie Tanz- und Theaterszene in Dresden, gibt es viele tolle Frauen, die mit ihren Visionen und Projekten die Stadt bereichern. Aber wenn ich in die Clubkultur schaue, frage ich mich immer, wo die ganzen taffen Frauen mit dem Willen außergewöhnliche Projekte jenseits des Bartresens zu bedienen, hin sind.

Hättest du Tipps für andere die das tun wollen?
Ja, vor allem an die Girls: Einfach machen. Lasst euch nicht auf euer Äußeres reduzieren (Ja, man kann einen „geilen Arsch“ und trotzdem was in der Birne haben). Setzt Grenzen. Fordert Respekt ein. Macht den Mund auf, wenn euch was nicht passt! Aber vor allem: Lernt eure Wünsche zu formulieren.

banq.de (12.01.2017)
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