[banq.de - Kopfbild] 19.05.2013: "frühling" von frauantje
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Macher aus Dresden

Thomas Bröse - György de Val

°spezial

Macher aus Dresden

Thomas Bröse - György de Val

Auf einen Blick
Wer
:
Thomas Bröse = György de Val

Vorspann Andreas (banq.de): Thomas lernte ich in den Anfangszeiten von banq.de kennen, was nun auch schon gut neun Jahre her ist. Von Anfang an war man sich sympathisch und so entwickelte sich über die Jahre eine stabile Freundschaft, der banq.de viele Sachen zu verdanken hat. U.a. das erste banq.tv mit Konrad Küchenmeister.

Durch Thomas lernten wir im laufe der Zeit immer wieder Leute in Dresden kennen, die in späteren Jahren durch ihre Arbeit viel Aufsehen erregten; György hat einfach einen Riecher dafür. So sehe ich noch vor meinem geistigen Auge, wie er mich mit Felix Räuber im allerersten L'Houp auf der Schönbrunnstraße bekannt gemacht hat. Oder wie er mich Konrad Küchenmeister am Eisgarten Lösch vorstellte :)

Ein ewig für seine Musik Kämpfender, egal ob bspw. mit Spur1Music, mit seiner DJ-Schule oder der von ihm mitorganisierten "Just Breaks"-Partyreihe. In meinen Augen ist er ein kreatives Aushängeschild für Dresden und hat schon lange ein banq.de-Spezial verdient.

Wunderbar, dass das die SAX auch so sieht und ihm einen Artikel gewidmet hat. Das freut uns riesig und wir sind dankbar, dass wir diesen Artikel übernehmen konnten. Im Text von uns nicht verändert, nur die Medieneinschübe sind von uns hinzugefügt.

Thomas Bröse - György de Val - Dresden - banq.de

So, und jetzt übergebe ich an Thomas Natzschka, dem Autor des SAX-Artikels.

Wenn man Thomas Bröse zuhört, denkt man, dass der quirlige Dresdner viel älter sein müsste. 1979 in der Johannstadt geboren, entschied Bröse bereits früh, dass sein Leben der Musik gehört. „Music was my first love“, zitiert er heute schmunzelnd den Klassiker von John Miles.

Dabei war der Start von Thomas Bröse, der dem Nachtleben unter dem galanten Pseudonym György De Val bekannt ist, alles andere als leicht. „Ich war zu Beginn einfach einer von Vielen“, sinniert er, „der irgendwo auflegen wollte.“ Diesem Verlangen folgte jedoch keine Resignation, sonder der Geniestreich, der seine Karriere vor mehr als zehn Jahren ins Rollen brachte.

Thomas Bröse - György de Val - Dresden - banq.de

Gemeinsam mit einem Freund gründete er Spur 1. Konzipiert als „die Sendung für elektronische Musik“ sollte es jedoch bis zum 2. Mai 2003 dauern, bis über Neon 425 die erste Show über den Äther ging: „Ein Jahr saßen wir bei jeder Redaktionssitzung und kurz bevor wir den Kampf um die eigene Sendung aufgeben wollten, wurden wir gefragt, wann wir anfangen können.“

Spur 1 mausert sich schnell zum größten Slot des Senders und macht deutlich, dass es sich um mehr als eine Radioshow handelt. Und auch deutschlandweit werden Plattenlabels auf Spur 1 aufmerksam und schicken die Musik ihrer Künstler, verbunden mit der Bitte zu, sie möge sie in der Sendung gespielt werden. „Und auf einmal war ich nicht mehr der DJ, der nirgendwo auflegen durfte, sondern der auflegende Moderator der überallhin eingeladen wurde“, fasst Thomas Bröse den Wandel jener Zeit zusammen.

Ebenfalls dem Wandel unterworfen war Bröses eigener Musikgeschmack. Von einer anfangs technoiden Ausrichtung sollten nämlich die Breaks - also die gebrochene, elektronische Musik - György De Vals nächstes Steckenpferd werden. 2005 entstand deshalb mit „Just Breaks“ eine neue Partyreihe sowie intensive Zusammenarbeiten mit DD_Dubster, Cosai und dem früheren Puschkin Club. International renommierte Acts - weit über den Bereich der Breaks hinaus - wurden nach Dresden geholt, stets aber auch Newcomer gefördert.

Und eines Tages schrieb dann ein gewisser Konrad Küchenmeister Thomas Bröse an. Schnell erkannte Letzterer das Talent des Loopstation-Virtuosen und lud jenen zum ersten eigens organisierten Konzert nach Dresden ein. Der gute Riecher führte zum Erfolg und Thomas Bröse ist seit dieser Zeit nicht mehr Moderator, Veranstalter und DJ, sondern auch noch Produzent.

Das sich diese Tätigkeiten untereinander befruchten steht außer Frage und so erklärt sich auch die Einladung zur EXPO 2010 nach Shanghai, bei welcher György De Val als letzter offizieller Künstler spielte. „In dieser Nacht hat wirklich die ganze Welt zu meiner Musik gefeiert, denn die Leute aus den Pavillons aller anderen Länder kamen ja ebenfalls zu dieser Party“, schwärmt Bröse noch heute von jener rauschenden Nacht in China.

Und auch die Verbindung zu Konrad Küchenmeister ist aktiver denn je, wird doch in Berlin gegenwärtig das neue Album des Musikers unter Bröses Fittichen produziert.

Und der Meister selbst? Der ist gegenwärtig als DJ in Sachen Dubstep unterwegs, wenn er nicht gerade neue Party-Konzepte entwickelt oder an einem seiner vielen anderen Projekte arbeitet.

Und all diese Dinge funktionieren, weil auch John Miles immer noch irgendwie an Thomas Bröses Soundtrack mitkomponiert, als er einst sang: „Music was my first love“

Thomas Natzschka (mit freundlicher Genehmigung der Übernahme des Artikels aus SAX 1/ 2013) (14.01.2013)
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