![03.09.2010: "shell beach" von Alexinho [banq.de - Kopfbild] 03.09.2010: "shell beach" von Alexinho](http://www.banq.de/heads/galerie/3270.jpg)
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KünstlerportraitDaniel Bell |
°spezialKünstlerportraitDaniel BellVor langer Zeit durch das Distillery-Printmagazin DRUNK angeregt, ...
Auf einen Blick
Eine Bande namens Best.Off Productions, die sich vor nicht allzu langer Zeit dem Spektrum zwischen Detroit Techno und Deephouse verschrieb, begeht nun in Kürze ihr einjähriges Bestehen. In den vergangenen 12 Monaten bezauberten sie nicht nur durch die teils einmaligen und ungewöhnlichen Locations wie der alten Stasi-Villa oder dem Titty Twister, sondern blieben auch durch die stets ungezwungene Atmosphäre mit authentischem Publikum und die handverlesenen Lineups im Gedächtnis. Nach musikalischen Perlen von Daniel Stefanik über Efdemin bis Redshape haben sie sich selbst die Latte ziemlich hoch gehangen. Doch zum ersten Best.Off-Birthday muss natürlich eine echte Sahnetorte auf den Tisch und so wird den Gästen des Abends ein Detroiter Urgestein als Hauptgang gereicht.
Musikgenre fallen nicht vom Himmel, sie werden zumeist durch stilprägende Platten begründet. Im Volksmund spricht man auch gern von Klassikern. Als einer dieser Meilensteine speziell für elektronsichen Minimalismus und repetitive Technostrukturen gilt "Losing Control". Nach dem Erscheinen im Jahre 1994 verhalf dieser Underground-Hit seinem Produzenten Daniel Bell zu internationaler Aufmerksamkeit und wirkt besonders im musikalischen Vokabular der deutschen Minimal-Szene bis heute nach, weshalb Bell auch gern als einer der Wegbereiter des Minimal-Technos bezeichnet wird. Video: DBX - Losing Control - Accelerate 1994 Danach wurde es etwas still um den Wahldetroiter zumindest in Sachen Veröffentlichungen. In den darauffolgenden Jahren konzentrierte er sich auf die Label-Arbeit für seine Imprints "Elevate" und "7th City". Letzteres etablierte Daniel sogar als weltweiten Vertieb für Detroit Techno. Zudem unterstütze er neben Dopplereffekt auch Anthony 'Shake' Shakir beim Aufbau ihre eigenen Labels. Nach einigen Compilation-Tracks für Tresor zog es Bell dann zur Jahrtausendwende nach Berlin, wo sich in dieser Zeit neben seinem früheren Förderer Richie Hawtin viele der neuen Minimal-Produzenten versammelten. Seine DJ- und Produzenten-Karriere bekam neuen Schwung und kurz darauf erschien seine erste Mix-CD ebenfalls auf dem Label zum gleichnamigen Club Tresor.
Diese besagte Mix-Compilation "The Button Down Mind of Daniel Bell" veranschaulicht sein exzellente Mixing-Können und sein außergewöhnliches Gespür für Track-Selection. So ist sie erst kürzliche bei der Wahl der 50 besten Mixe der letzten 10 Jahre im Resident Advisor Magazin sogar auf dem zweiten Platz gelandet und nur Michael Meyers "Immer"-Mix auf Kompakt konnte ihr die Tabellenführung streitig machen. Bleed vom de:bug Magazin bezeichnete Bells Mix-CD bereits bei ihrem Erscheinen als "eine der besten".
Seine Kunstfertigkeit an den Plattentellern ist sicher nicht unschuldig daran, dass er aktuell auch eine Residency im sagenumwobenen "Robert Johnson" hält. Der nach einem Bluesmusiker benannte Club von Ata und Heiko MSO in Offenbach nahe Frankfurt/Main mit den sowohl geliebten als auch gehassten Neonröhren gilt unter Musikliebhabern als Kleinod. So taucht das Robert Johnson auch regelmäßig in den Votings diverser internationaler Magazine zum besten Club der Welt auf, konnte sich aber zum Glück einem beängstigenden Berghain-Hype immer erwehren. Doch Daniel Bell ist darüber hinaus auch in allen namhaften Häusern vom Liquid Room in Tokyo über den Rex Club Paris bis zum Limelight New York gern gesehener Gast.
Aber Bell will sich nicht nur auf das altbewährte Auflegen beschränken. Nachdem die Organisatoren des Detroit Electronic Music Festivals (DEMF) ihn 2007 spontan fragten, ob er nicht Lust hätte, bei ihnen live zu performen, ist er nun seit 2 Jahren nach auch wieder bei seltenen Gelegenheiten als Live Act unter seinem alten Pseudonym DBX zu hören. Dabei verzichtet er aber bewusst auf eine Laptop-Performance und widmet sich ganz seinem alten Equipment, um auch den alten Tracks gerecht zu werden, wie er gern betont. Nichtsdestotrotz ist und bleibt das DJing jedoch seine Passion und Priorität. Seine stilsicheren und abwechslungsreichen DJ-Sets in denen alte Klassiker auf neue Schätze treffen, bestechen dabei besonders durch Bescheidenheit. Understatement überzeugt eben! Video: Bell - live at the Nordik Impakt Festival - November 2004 )
thamash (12.08.2010)
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