[banq.de - Kopfbild] 21.01.2017: "krabbelt" von Yenidze
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Ansichtssachen

kolumne 29 - hektik halluzinationen hauptstadt

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kolumne 29 - hektik halluzinationen hauptstadt

LOS - auto ausfahren - mit vollgas zu PAPENFUß. aber erst mal das navigationsgerät zentrieren, kallibrieren, einschalten. das ist ein äußerst komplizierter vorgang, den nur meine technik-QUALLE beherrscht, dafür feiert er sich. er quillt in der fahrerkabine, schraubt, dreht und drückt am gerät. moritz7 verzehrt noch ein kühles PU. ich im kleinen frischwasserbereich, als mich der anruf erreicht.

sie befindet sich jetzt in der medizinstation im wald. sie, die schlesisch adleraugige bune, im folgenden SAAB genannt. ich trete das transporterpedal und telefonierte ein zweites mal, wo wieso wer hat dich festgenommen...wir erreichen das BAIZ, mein transporter ist zu groß für prenzlauerbergparklücken, das wusste ich vorher. im lesesaal vier personen erhöht, die aus dem UTOPIE-magazin lesen - kai pohl sagt aufhören, ich sage gute aussage, abgang und pause. dann der preisträger, der sich zuerst über die tontechnik beschwert - der kneipenbetreiber beschwert sich über des preisträgers aussage. letzterer liest immerhin einen text, ohne mikro, ohne verleger. ich erstehe das neue buch von PAPENFUß und mache eine kurze verbeugung incl. textanfrage. rückfahrt - das gefährt macht auf einmal transporterunähnliche geräusche, moritz7 hat die lesung gefallen und bedankt sich für die mit- und rücknahme.

zwei tage später winselt die karre unter drei paletten. ich schnauze: eine fünfzigprozentige überladung ist in den karpaten standard hörst du? ich switche zum mietwagen, jens und jayjay next to me, wiederum bleifuss, doch gurkenossis nötigen mich zum bremspedal, die tanknadel sinkt bestimmt, so gehts zu großmutter, schwester, schwager und das neunmonatige.

in der nähe befindet sich das haus in frohnau, dort verbrachte ich entspannte kindheitstage, der rasen war satt, die burger knusprig, der tischtennisball flutschte stundenlang, die tante war rundumdieuhr-bedienung. jetzt ist das haus verkauft, die cousine unbekannt verzogen, nur die nachbarn, die ihr haus mit schwarzrotgoldenen fähnchen,´und aufklebern (auch auf der rückseite) drapiert haben, geben mir auskunft. ich gehe weiter zur grabstätte, überquere die stadtgrenze, latsche auf einem feldweg zwischen zwei riesigen golfplätzen, ein tor ist auf, und ich lege mich auf das gepflegte golfgras. aufgrund unterschiedlichster hirnaktiviäten ist mir nachmittagsschlaf hier nicht vergönnt, deswegen straight to kastanienallee, wo ich mir dem ORGANISATOR verabredet bin. er thront, von einer hecke und seiner luxussonnenbrille leicht verdeckt, in guter beobacherposition. wie nicht anders zu erwarten war, übernimmt er sofort das gesprächs-KOMMANDO, zwei weitere symphatisch-zurückhaltende typen lauschen ebenso am kaffeetisch. dann bin ich dran und bringe die story, in der die merkwürd-aggro-dame mit leergefahrenem tank irgendwo in sachsens pampa liegen bleibt - es gibt naturgemäß eine kleine psycho-kurzurlaub-vorgeschichte - das alles kastanienallee-tauglich gerafft und hin zum höhepunkt berichtet, bis der ORGANISATOR with friends in schallendes gelächter ausbricht; GOLDBERG stellt fest: dieser zweite oktober zweitausendsechzehn ist ein schöner sonntag. später gibt er mir wertvolle verträge-tips aus der profi-abteilung. wir verabschieden uns, zurück in die ZONE und am dritten oktober zu den titans (muss ich mal klein schreiben), die nun ihre dritte niederlage einfahren, dabei hatten HELGE BAUES uns mit zwei dreiern und MR. PRICE mit einem dreier in den letzten sekunden in die nachspielzeit gerettet, double overtime, aber irgendwie fehlt immer ein freiwurf, ein rebound, eine glückliche sekunde, die irgendwo in der großen basketballverschwörung versackt, die wampe vom head-coach steht kurz vor´m platzen.vor der mietwagenrückgabe noch schnell zur medizinstation. fernab der hauptstraßen, über kleinere nebenstraßen geht es bergauf in den wald, wo ein größerer eingezäunter gebäudekomplex, irgendwie militärbasenartig, sich dem betrachter auftut. ich frage mich durch und nach mehreren sicherheitsschleusen erreiche ich die: AKUT-STATION und die zierliche SAAB mit tiefschwarzen flackernden adleraugen, die haare schön streng, manchmal leicht verwildert, mit ihrem schwarzen kleid eine auffällige person - während ringsum alle anderen in farblosen umhängen mich mustern, stumm sind, wirr brabbeln und in zeitlupe zwischen zwei kleinen aufenthaltsräumen und ihren zimmern hin- und herkriechen, drei ältere herren offenbar am tag hunderte male den 20 meter-gang auf- und ablaufen, der älteste dabei sämtliche türen öffnet, um nach essen zu fragen, ein offenbar übermedikamentierter schwitzender PUDDINGMANN mein gedichtbuch ausleiht, um sich die ISBN-nummer zu notieren - wie in einem wasserglas schiebt sich alles langsam auf der geschützten akut-station in diesen regnerischen tagen, die in verschiedenste gelb- und brauntönen gehaltene einrichtung aus türen, linoliumböden, stühlen, tischen zusammen mit dem lichtquellenweiß der lampen und den beigen schwesternkitteln ein depressives mischgebräu, eine einzige stickige oktobersoße hervorbringt, das trübe tageslicht, das durch die fenster fällt, tut sein übriges...und die medizinmänner/ frauen sich hinter der sicherheitsglasfront positionieren, drei belehnte bürostühle auf rollen an dem langen commander-schreibtisch für controlling über akten, hebeln und knöpfen sorgen, erinnert mich das ein wenig an raumschiff enterprise... so ist es nicht einfach, einen stillen quadratmeter zu finden, um sich einzulassen auf:

SAAB will mit mir musizieren, meine wiederholten entgegnungen, daß ich komplett außer musizierform bin, scheint sie zu überhören, SAAB will zu lesungen, will auch lesungen organisieren, macht übersetzungen, zeigt mir neue texte am laptop, jedoch ist die laptopverfügbarkeit eingeschränkt, sie macht pläne für silvester, singt in der cafeteria, begeleitet sich am klavier und macht ausführungen über die akustik, ihre stimme sei noch nicht wieder so weit - SAAB will ihren sohn sehen, ich versuche zu vermitteln. die halbe stunde ausgang, die wir haben, reicht für den treppenaufgang zur cafeteria, den rückweg und ein kurzes gespräch zwischendurch. die langen gänge im objekt, das übliche bilder-gedöns an den wänden - zur zeit hat sich ein koi-karpfen-fetischist verewigt, der lange verbindungsgang zwischen zwei gebäudekomplexen nun mit koi-karpfen-gemälden ausgestattet, das gelb der fenster- und türrahmen durchbricht diese fischidylle nachhaltig - der farbberater der klinik hat hier eine merkwürdige entscheidung getroffen. wann SAAB wieder frei ist, hängt von mehreren faktoren ab, vielleicht von der psychiatrischen komplextherapie mit integrierter kognitiv-verhaltenstherapeutischer und tiefenpsychologischer psychotherapie? oder mal eine underground-neustadt-befreiungsaction? wie in guten alten zeiten?

allright SAAB i hug you kiss me...

goldberg (19.10.2016)
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